Dienstag, 24. März 2020

"Gigaguhl und das Riesenglück" mit einem Interview mit Autor Alex Rühle




Der Riese Gigaguhl ist der Titelheld in Alex Rühles neuen Bilderbuch. Nach Schlossgespenst Zippel und Traumspringer Leon lernen wir diesmal eine Figur kennen, die so groß ist, dass sie quasi ein eigenes Biotop darstellt. Komm, ich stell dir den Riesen Gigaguhl und seinen Erschaffer, den Autor Alex Rühle, vor!



Gigaguhl und das Riesenglück 


Gigaguhl Gargantua ist ein riesiger Riese. Wir sprechen hier von fast 2 Kilometern! Er ist so groß, dass er vielen anderen Lebewesen ein Zuhause gibt. In seinen Augenbrauen und in der Ohrmuschel nisten Vögel , in seinem Haar wohnt ein Einhorn und Fledermäuse fühlen sich in der Achselhöhle zu Hause, um ein paar Beispiele zu nennen. Wenn er schwimmen geht, sehen die Wale wie süße kleine Fische aus.



Eines Tages ist er so müde, dass er sich zum Schlafen hinlegt. Viele Jahre schläft er dort. Eine ganze Stadt wächst in dieser Zeit auf seinem Rücken. In dieser Stadt wohnen die Kinder Nick und Nina Hunkapatsch. Eines Tages machen die beiden Kinder einen Ausflug in eine fantastische Höhle und wecken dabei den Riesen Gigaguhl. Nur wie soll der Riese nun aufstehen, ohne die Stadt zu zerstören?






Eine fantasievolle Geschichte mit einem freundlichen, naturverbundenen Riesen und zwei ganz sympatischen Kindern. Alex Rühle hat die Geschichte in humorvollen Reimen geschrieben und Barbara Yelin setzte diese fantastische Welt in traumhafte Bilder um. Außerdem versteckte die Illustratorin im Buch 5mal Willipeter Millimeter, den kleinsten aller Zwerge, den die Kinder im Buch suchen können. Auch Willipeter hat ein eigenes kleines Gedicht erhalten. Ein wundervolles Bilderbuch!




Titel: "Gigaguhl und das Riesen-Glück"
Autor: Alex Rühle
Illustrationen: Barbara Yelin
Verlag: dtv junior
Seiten: 40
Preis: 14,95 EUR
ISBN: 978-3-423762861
Altersempfehlung: ab 4 Jahren

Gigaguhl - Autor Alex Rühle



Alex Rühle, geboren 1969, studierte Komparatistik, Französisch, Theologie und Philosophie in München, Paris und Berlin. Er ist ein renommierter Journalist und arbeitet seit Jahren als Kulturredakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Mit seiner Familie lebt er in München. (Quelle Dtv Verlag)

In unserem Interview verriet mir Alex, wie er dazu kam, Kinderbücher zu schreiben, wie er den Namen Gigaguhl fand und welche Kinderbücher er seinen eigenen Kindern gerne vorgelesen hat. Viel Spaß beim Lesen. 


Copyright Heike Bogenberger

Interview mit Kinderbuch-Autor Alex Rühle


Familienbücherei: Lieber Alex, du hast uns mit deinem Kinderbuchdebüt "Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst" ein wunderbares Vorlesebuch beschert, uns dann mit dem packenden Abenteuer "Traumspringer" für Kinder ab 10 Jahren begeistert und nun überraschst du mit einem Bilderbuch in Reimen. Wie bist du zum "Bücher schreiben" gekommen und warum hast du dich für Kinderbücher entschieden?

Alex Rühle: Ich hab mich nicht irgendwann hingesetzt und gesagt, so, jetzt schreib ich Kinderbücher. Mir sind einfach, schon bevor ich selbst Kinder hatte, immer wieder auf meinen Fahrradreisen aber später auch beim Gutenachtgeschichtenerzählen Kindergeschichten eingefallen. Und jetzt, wo meine eigenen Kinder groß sind, kann ich diese Geschichten in Ruhe aufschreiben. Außerdem ist das mit den Kinderbüchern eine sehr schöne Abwechslung zu meinem anderen Beruf. Ich bin ja Journalist, im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung, und da muss man ja doch immer eher ernst und seriös sein. Bei den Kinderbüchern gehts dagegen vor allem darum, witzig, herzerwärmend, spannend zu schreiben und wenn am Ende alles ein einziges Chaos ist - umso besser! Naja, Zeitungstexte sollten schon auch manchmal witzig und spannend sein, aber es fühlt sich schon an wie zwei Seiten einer Medaille, tags der Journalismus, nachts die Kinderbücher.

Familienbücherei: In deinem neuen Bilderbuch "Gigaguhl und das Riesen-Glück" spielt ein besonders riesiger Riese die Hauptrolle. Wie bist du auf den Namen "Gigaguhl Gargantua" gekommen?

Alex Rühle: Der war eines Nachts einfach da. Beziehungsweise die beiden Anfangszeilen: "Gigaguhl Gargantua / war der größte aller Riesen." Das hab ich im Dunkeln auf einen Zettel geschrieben, der in der Küche rumlag. Und das hatte so einen starken Rhythmus, dass mir dann morgens beim Aufwachen der passende Reim wie ein passendes Puzzlestück dazu einfiel: "Er berührte fast den Himmel / Und er konnte Stürme niesen.“ Und damit war von Anfang an klar, dass das diesmal ein Gedicht wird.

Familienbücherei: Und wie kam dann die Idee, den Riesen so riesig zu machen, dass er ein eigenes Biotop darstellt? Diese Idee ist fantasievoll und lustig zugleich.

Alex Rühle: Irgendwie war vom ersten Moment an klar, dass viele ganz verschiedene Tiere auf ihm leben. Und das geht ja nur, wenn er wirklich groß ist. Dann kam mir die Idee, dass irgendwann auch Menschen sich ansiedeln auf ihm, die aber keine Ahnung haben, dass sie ihre Stadt auf dem Rücken eines schlafenden Riesen gebaut haben. Eines Tages gehen zwei Kinder los, um die Wildnis zu erforschen, treffen all die Tiere, die man als Leser schon kennengelernt hat, na und da ahnt man dann, dass die beiden irgendwann eine Riesen-Entdeckung machen werden...

Familienbücherei: Barbara Yelin hat die Gigaguhl-Welt in Bildern eingefangen. Wie war die Zusammenarbeit? Habt ihr euch untereinander ausgetauscht oder wurdest du komplett vom Endprodukt überrascht?

Alex Rühle: Oh, das war sooo schön. Ich verehr die so, ihre Graphic Novels stehen alle bei mir im Schrank. Wir haben uns im Münchner Literaturhaus zufällig bei einer Ausstellung getroffen, sie war da mit ihrem dreijährigen Sohn, ich sagte zu ihm, Mensch, ich hab grad eine Geschichte für kleine Kinder fertig und so ging das los. Der Austausch war die ganze Zeit über sehr eng, von den allerersten Skizzen bis zum fertigen Buch. Im vergangenen Herbst hat sich meine Mailbox dann in eine Art digitalen Adventskalender verwandelt, alle paar Tage ging eine Mail auf und da war wieder eines dieser wahnsinnig schönen Bilder. Also besser geht nicht, würd ich sagen.

Familienbücherei: Ich freue mich schon jetzt auf ein neues Buch aus deiner Feder und bin neugierig, ob wir dieses Jahr noch ein weiteres Buch von dir entdecken können. An wie vielen Projekten arbeitest du derzeit?

Alex Rühle: Ich schreib grad den zweiten Teil vom „Zippel, dem wirklich wahren Schlossgespenst“ fertig. Weil so viele Kinder in Briefen fragen, wie es weitergeht und was eigentlich aus dem Quockel wurde.

Familienbücherei: Was für eine tolle Nachricht! Da werden sich meine Jungs freuen! Darfst du uns schon verraten, was im zweiten Band von "Zippel" passieren wird?

Alex Rühle: Zippel geht mit seinem Freund Paul aufs Oktoberfest, weil er als Schlossgespenst natürlich unbedingt mal Geisterbahn fahren will. Und als Paul wieder aus der Geisterbahn rauskommt, ist Zippel spurlos verschwunden. Tja. Wo ist er hin?

Familienbücherei: Das klingt aufregend! Hast du eigentlich als Kind gerne gelesen und kannst du dich erinnern, welches Buch das erste war, das du selber gelesen hast? Hattest du in deiner Kindheit ein Lieblingsbuch? Gab es ein Buch, das du deinen Kindern besonders gern vorgelesen hast?

Alex Rühle: Oh ja. Sehr. An mein erstes Buch kann ich mich leider nicht erinnern. Aber ich hab alles gelesen, was ich in die Finger gekriegt habe. Das Sams. Tim und Struppi. Asterix. Drei Fragezeichen. Michael Ende. Herr der Ringe. Meinen Kindern hab ich dann am liebsten Astrid Lindgren vorgelesen. Das hab ich als Kind irgendwie verpasst oder war zu doof. Ich find, Astrid Lindgren schreibt die schönsten Kinderbücher der Welt. Da ist alles, alles drin, das Helle wie das Traurige, die Magie, das Glück und das ganze Leben.

Familienbücherei: Was für eine Liebeserklärung an eine großartige Frau und Kinderbuchautorin! Lieber Alex, ich danke dir für dieses Interview und wir freuen uns schon sehr, bald mehr von dir zu lesen.

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