Dienstag, 8. September 2026

Three Willows: Mord und Häkeldeckchen

 

Three Willows: Mord und Häkeldeckchen - Buch von Katie Kento (Rezension)

Meine ersten Erwachsenenbücher waren die Krimis von Agatha Christie. Vor allen die Bände mit Ermittlerin Miss Marple haben mir gefallen und so bleibe ich auch heute noch an Kriminalromanen mit taffen, alten Ladys in der Ermittler-Rolle hängen, so wie an "Three Willows" mit Adelaide Peel und ihrem neurotischen Rauhaardackel Broderick. 

Three Willows: Mord und Häkeldeckchen

Adelaide Peel hat aus Versehen ihr Haus abgebrannt und muss nun, äußerst widerwillig, in ein Seniorenheim ziehen. Ein ihr unbekannter Großneffe hat ihr einen Platz in der Seniorenresidenz "Three Willows" in Cornwall vermittelt. Leider sind dort Haustiere nicht erlaubt, aber zum Glück lässt sich so ein Rauhaardackel bequem in der Handtasche verstauen. 

In der ersten Nacht stirbt ihre Zimmernachbarin und Adelaide sieht jemanden, der sich vom Zimmer entfernt. Sie ist überzeugt, dass ein Mord geschehen ist, aber keiner will ihr glauben. Als immer mehr merkwürdige Unfälle geschehen, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie selbst dran ist. Sie muss schnellstens ermitteln und den Täter überführen. Sollte doch ein leichtes sein, wenn man in seinem langen Leben so viele Krimi gelesen hat. Oder etwa nicht?


Three Willows: Mord und Häkeldeckchen - Buch von Katie Kento (Rezension)


Ich liebe die klassischen Locked Room Krimis von Agatha Christie. Es gibt eine überschaubare Anzahl an Personen in einem Haus oder fest umrissenen Ort, die nach und nach als Verdächtige ausscheiden bis es schließlich zum Showdown kommt. Als Leser kann man hier wunderbar mitraten. 

Drei Personen setzte ich recht schnell auf meine Liste der möglichen Täter, wovon ich eine recht schnell wieder ausschloss, weil einfach zu sympathisch und das würde mir die Autorin Katie Kento wohl nicht antun. Blieben also noch zwei, wobei ich nur bei einer ein Idee für ein Motiv hatte. Würde ich wohl richtig liegen?

Bis dahin musste ich ansehen, wie Adelaide sich von einer These in die nächste stürzte, ihre Verdächtigen fast schneller wechselte als ihre Unterhosen und schließlich selbst unter Verdacht stand. Da Adelaide über Jahrzehnte Krimis verschlungen hat, hält sie sich für eine erfahrene Kriminologin, die nun feststellen muss, dass in Büchern so manches einfacher scheint als es dann in der Wirklichkeit ist, gerade auch mit 83 Jahren!

Im Buch wimmelt es von schrägen Personen, die zu allerlei kuriosen Situationen führen. Unterhaltsam für den Leser, für die Ermittlungen nicht immer zielführend. Ihr Großneffe Oliver ist sehr gutherzig, aber als Leser wundert man sich, wie er jemals die Polizistenausbildung schaffen konnte. Chander ist Experte für Mistkäfer, Ilena eine abergläubige Opernsängerin, Ethel ist schwerhörig und spricht mit den Geistern ihrer verstorbenen Familie und Sybill ist eine ehemalige Artistin. Adelaide selbst ist eine ziemliche Kratzbürste, die sehr direkt ist und dennoch ein weiches Herz hat. Und dann ist da natürlich noch ihr Dackel Broderick, der sich nur bedingt als Assistent eignet. 

Fazit: Ein amüsanter Wohlfühlkrimi mit schwarzen Humor, schrägen Figuren, einem eigensinnigen Dackel und jeder Menge Miss Marple Vibes. Das Buch schenkte mir unterhaltsame Lesestunden und es machte großen Spaß, nach Täter und Motiv zu suchen. Die Geschichte ist in sich geschlossen, aber eine Fortsetzung mit Adelaide und ihren neuen Freunden ist durchaus denkbar. 


Titel: Three Willows: Mord und Häkeldeckchen

Autorin: Katie Kento

Verlag: between pages (im Piper Verlag)

Seitenanzahl: 416

ISBN: 978-3-492-50971-8


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