Mittwoch, 28. September 2016

Flätscher. Die Sache stinkt!




 

Flätscher, ein Stinktier, das im Hinterhof eines Nobelrestaurant in einem geheimen, aber vornehmen Versteck wohnt, frühstückt am liebsten Semmelknödel, die es in den Mülltonnen des besagten Restaurants findet. 

Eines Tag kommt, was kommen musste, Flätscher wird von Spitzenkoch Bode erwischt und kann sich nur mit der berüchtigten Stinktierabwehr befreien. 

Auf der Flucht landet er allerdings im Hosenbein von Theo, dem Sohn von Koch Bode. Als die beiden bemerken, dass sie einander verstehen können, schließen sie Freundschaft und gründen ein Detektivbüro. Der erste Fall lässt auch nicht lange auf sich warten. Im Restaurant taucht immer wieder ein Gast (in unterschiedlichen Verkleidungen) auf, der die Zeche prellt. Das sollte doch ein Klacks für den Meisterdetektiv Flätscher und seinen Assitenten Theo sein.


Flätscher ist frech und eingebildet, aber auch schlau und mit guten Instinkten gesegnet. Theo hingegen ist der blaße, schüchterne Außenseiter, der in Theo endlich einen Freund findet. Er gerät schnell ins stottern, aber ist auch nicht auf den Kopf gefallen. Und schließlich ist da auch noch Sekretärin Cloe und die O-Clique mit den Kellermäusen Olaf, Mo, Jo und Flo. Flätscher fühlt sich in seiner Ehre verletzt, dass keiner ihn als tolles Stinktier erkennt, sondern er als Katze, Hund, Ratte und einiges mehr tituliert wird. Mein großer Räuber fand diese Stellen immer besonders witzig, da man als Vorleser hier immer ganz viel Empörung in die Stimme legen kann. Die gewählten Charaktere kommen gut an, ebenso wie die vielen schönen Illustrationen. Die Farben sind eher dunkel-gedeckt, was aber super zum Hinterhof-Krimi und Detektiv-Genre passt.


Am Ende des Buch fragte ich den großen Räuber (6): „Hat dir das Buch gefallen?“

Großer Räuber: „Ja, sehr gut sogar.“

Räubermama: „Was hat dir denn am besten gefallen?“

Großer Räuber: „Die Stunkkanone, die Flätscher erfunden hat. Und wie er die Banditen erledigt hat.“

Räubermama: „Was ist deine Lieblingsfigur?“

Großer Räuber: „Flätscher. Der ist cool. Theo nicht so, aber der ist auch nett“ Nach einer kleinen Pause: „Der Theo ist so ein bisschen wie ich, so tollpatschig. Gibt es noch ein Buch von Flätscher?“


Diese Frage sagt dann wohl alles. Das Buch ist beim großen Räuber gut angekommen und er hofft, dass es bald einen zweiten Band geben wird. Flätscher und Theo können ihn jedenfalls schon riechen.


„Flätscher. Die Sache stinkt“ von Antje Szillat, illustriert von Jan Birck ist beim dtv erschienen, 128 Seiten stark und für 10,95 EUR unter der ISBN 978-3423761567 erhältlich.


Montag, 19. September 2016

Vegan Feiern - das neue Kochbuch von Mäggi Kokta

Ganz frisch auf dem Markt ist das neue Kochbuch von Mäggi Kokta zum Thema Vegan feiern. Nun ernähren wir uns hier zwar nicht vegan, aber ich habe einige vegane und vegetarische Kochbücher, aus denen ich gerne koche und ich suche immer nach leckeren Ideen, um unseren Fleischkonsum zu reduzieren. Und so kam mir das Buch mit dem Untertitel "Köstliches Fingerfood, bunte Buffets und kreative Partyideen" gerade recht, um wieder ein paar neue Köstlichkeiten auf den Tisch des Räubernests zu bringen.



Aber kommen wir nun zum Buch selbst. Nach einem herzlichen Vorwort, grundlegenden HInweisen zur veganen Koch- und Backwelt sowie Tipps zum Kochen in großen Mengen kommt ein großer Rezeptteil, der in 6 Kategorien unterteilt wurde. 
  • Auf die Hand (Aufstriche und Fingerfood)
  • Auf die Töpfe, fertig, los (Suppen, Currys, Gulasch)
  • Die Stars auf jeder Party (Pizza, Strudel, Brot)
  • Partyfood in allen Formen (Bratling, Spieße, Gemüsevariationen)
  • Bunte und knackige Salatvariationen
  • Für die Naschkatzen (Dessert, Kuchen, Muffins)

Als abschließenden Teil macht Mäggi Vorschäge für einzelne Anlässe (z.B. Geburtstagsparty für Genießer, Mediterranes Sommerfest im Grünen, Picknick, Last-Minute-Fete) mit direkten Seitenangaben zu den vorgeschlagenen Rezepten. Dieses Kapitel ist sehr hilfreich zur Planung der Feier. Im abschließenden Anhang befindet sich u.a. eine Auflistung von glutenfreien und sojafreien Rezepten. 

Die meisten vorgestellten Rezepte haben eine Doppelseite für sich mit einem großen Bild und einer übersichtlichen Zutatenliste sowie Zubereitungsanweisung. Außerdem steuert Mäggi zu vielen Rezepten noch zusätzliche Tipps bei, sei es zu den Zutaten selbst oder auch mögliche Variationen. 

Die von uns getesteten Rezepte haben alle funktioniert, waren schnell zubereitet, es traten keine Fragen oder Probleme auf und das Resultat hat immer geschmeckt und sah auch immer aus, wie im Buch abgebildet.  Wenn man einen kleinen, aber wirklich nur kleinen Kritikpunkt anführen kann, dann das manchen Rezepten so der letzte Wow-Effekt fehlt, vielleicht ein überraschendes Gewürz oder ein interessantes Topping, dass aus einem guten Rezept ein  I-Can't-Stop-Rezept macht. Der Gestaltung des Buchs sieht man die viele Arbeit und das Herzblut, das hineingesteckt wurde, an. Alles ist genau durchdacht und in einer wunderbar einheitlichen Linie. 

Nun zu den von uns bisher getesteten Rezepten (die folgenden Fotos zeigen unsere Resultate):


Walnusssemmeln 


Dank Weinsteinbackpulver statt Hefe ist der Teig für die Brötchen ruckzuck zusammengerührt und auch schnell gebacken. 





Rosmarin-Erdäpfel mit Zucchini-Mayonnaise

Bei diesem Rezept konnte ich kaum aufhören zu essen: ganz simple und sooo gut!




Schwarzer Linsensalat "Black Angel"


Die Farben sind einfach der Knaller und der Salat ein optisches Highlight auf dem Tisch. Mein Mann hatte dann noch die Idee, einen Joghurt mit gehackter Minze anzurühren, was sich als perfekter Begleiter und Frischekick zum Salat herausstellte. 




Nussig-Fruchtige Mini-Muffin-Variation


Die kleinen Muffins waren schnell gemacht und schön saftig. Die Räuber haben sie mit allen möglichen Nüssen und Obststücken belegt. So war für jeden etwas dabei.



Traubenkuchen mit Mandelstreuseln

Mein bisheriges persönliches Backhighlight aus dem Buch! Leider war meine Form etwas kleiner als angegeben und es ist passiert, was passieren musste: der Teig ist beim Backen übergelaufen und hat die Form eingebacken. Das war aber nicht weiter tragisch, so konnte ich schon mal den übergebackenen Rand entfernen und direkt naschen, ohne auf die Kaffeezeit warten zu müssen. 



Ich hatte noch nie vorher vegan gebacken und konnte mir vorher nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Und ich war sehr überrascht wie einfach es dank Mäggis Anleitungen war. 


Hier habe ich euch noch den Link zu einer umfangreichen Leseprobe, die am Ende auf das Inhaltsverzeichnis mit allen enthaltenen Rezepten enthält: Leseprobe Vegan feiern

Das Buch "Vegan feiern" von Mäggi Kokta ist beim Löwenzahn-Verlag erschienen und für 19,90 EUR unter der ISBN 978-3-7066-2600-2 erhältlich.

Samstag, 10. September 2016

Die schönsten Geschichten von Paddington

Heute gibt es wieder etwas für die Ohren. Beim DAV-Verlag ist das Hörbuch „Die schönsten Geschichten von Paddington“ erschienen. Die CD beinhaltet folgende 6 Geschichten:

»Paddington«
»Paddington besucht die Königin«
»Paddington im Zoo«
»Paddington wird Gärtner«
»Paddington im Marmeladenlabyrinth«
»Paddington wird Maler«




In der ersten Geschichte erfährt der Hörer, wie die Familie Brown den Bären aus Peru am Bahnhof Paddington findet und er so zu seinem Namen kommt. Und so erlebt er in London mit Familie Brown, Mr Gruber und Mrs Bird seine Alltagsabenteuer. Die Geschichten sind unaufgeregt (also auch gänzlich ungruselig für zart besaitete Gemüter), aber schön zu hören, genau richtig für ganz kleine Hörer. Im Auto war es mucksmäuschenstill, weil die beiden Räuber (3,5 und 6, 5 Jahre alt) konzentriert gelauscht haben. Da es sich um mehrere Geschichten handelt, ist die CD auch perfekt für kürzere Fahrten. Mehr oder weniger im Mittelpunkt steht Paddingtons geliebte Marmelade, so werden im Zoo z.B. die Marmeladenbrote von diversen Tieren geklaut, für den Garten der Zement mit Orangenmarmelade eingefärbt oder im Labyrinth eine Marmeladenspur gekleckst.


Gelesen werden die Geschichten von Katharina Thalbach. Wenn man ihrer Stimme lauscht, hat man sofort das Bild der lieben vorlesenden Oma vor dem geistigen Auge. Lediglich die Stimmgebung für die Kinder konnte mich persönlich nicht ganz überzeugen. Alle anderen Stimmen waren phantastisch dargestellt und schön gegeneinander abgegrenzt. Insgesamt eine sehr gute Leseleistung!

Ich selbst, aufgewachsen in der DDR, kannte Paddington noch nicht. Klar hat man am Rande von seiner Existenz erfahren, aber da war ich schon dem Zielgruppenalter entwachsen. Um so schöner war es, die Geschichten um Paddington gemeinsam mit den Kindern zu entdecken.Sie eignen sich perfekt für das Kindergartenalter zwischen 3 und 6 Jahren.

Das Hörbuch „Die schönsten Geschichten von Paddington“ von Michael Bond ist erschienen beim DAV und unter der ISBN 978-3862318933  beim bevorzugten Hörbuchdealer erhältlich.



Mittwoch, 7. September 2016

Bitte nicht öffnen. Bissig!




Nemo (Spitzname von Nepomuk) bekommt ein ominöses Päckchen mit folgender Anschrift: An Niemand!, Wo der Pfeffer wächst, Am Arsch der Welt. 




Der pfiffige Postmann ist überzeugt, dass Nemo der einzig in Frage kommende Empfänger dieses Päckchens sei. Seine ängstliche Mama verbietet, das Päckchen zu öffnen und bittet ihn, es am nächsten Tag zur Post zu bringen. Aber natürlich siegt die Neugier. Mit seinem Freund Fred öffnet er das Paket und zum Vorschein kommt ein Yeti-Kuscheltier. Und dann beginnt es im kleinen Städtchen Boring zu schneien und das mitten im Sommer. Der kleine Yeti erwacht zum Leben und wächst bis über 2m. So passt er natürlich in kein Paket rein. Die Suche nach der Herkunft des Yetis beginnt. Denn ein Absender stand natürlich nicht auf dem Päckchen.

Das Buch ist wunderschön gestaltet. Das Cover in Paketoptik hat ein Loch, wo ein Auge durchschaut. Auf der Innenseite sieht man dann den kleinen Yeti.



Des Weiteren gibt es eine Übersichtskarte über das kleine Städtchen Boring und Umgebung, wo der Leser alle Handlungsorte wiederfinden kann. Solche Karten interessieren meinen großen Räuber ganz besonders und es wird immer wieder nachgeschlagen. 



Das Buch hat, wie meistens bei der Altersklasse ab 8 Jahre, einige schwarz-weiß Bilder. Diese sind aber sehr schön gestaltet.



Die Sprache des Buchs ist modern und in den Dialogen sehr umgangssprachlich. Die Hauptcharaktere Nemo, Fred und Oda haben jeder ihre kleinen alterstypischen Probleme (z.B. erste Schwärmereien, Eltern, die viel unterwegs sind, eine spezielle Schuldirektorin), die das Buch schön abrunden. Das Buch ist durchweg spannend, so dass man immer noch ein Kapitel und noch ein Kapitel lesen möchte und so waren die 240 Seiten schnell gelesen. Für Selbstleser trifft die Altersempfehlung wohl gut zu, da doch recht viel Text bewältigt werden muss, aber als Vorlesebuch ist es auch für meinen sechsjährigen Erstklässler schon sehr gut geeignet. 

Am Ende des Buchs gibt es eine Leseprobe zum zweiten Band, der „Bitte nicht öffnen. Schleimig heißt.“ Nemo bekommt wieder ein Päckchen und diesmal ist einer dieser Glibberbecher mit grünen Schleim drin. Diese Leseprobe klingt sehr interessant, ABER der Band soll erst im Herbst 2017 erscheinen, was meinen großen Räuber dann doch betrübt hat. Ein Jahr ist für einen Sechsjährigen doch eine lange Zeit. 


Nun noch die Meinung des großen Räuberkinds (6): „Das Buch ist sehr lustig und auch spannend. Da schneit es im Sommer und die Schule muss ausfallen. Man möchte immer weiterlesen und wissen, was als nächstes passiert. Das Icy-Monster spricht immer so lustig, wie ein kleines Baby. Aber es ist doof, dass es das Buch mit dem Schleim noch nicht gibt.“

„Bitte nicht öffnen. Bissig!“ von Charlotte Habersack ist beim Carlsen Verlag erschienen, 240 Seiten dick und für 9,99 EUR erhältlich. ISBN 978-3551652119